Therapie und Geragogik

Musiktherapie

»Musik beginnt da, wo das Wort unfähig ist, auszudrücken. Musik wird für das Unaussprechliche geschrieben …« Claude Debussy

»Musiktherapie ist der gezielte Einsatz von Musik im Rahmen der therapeutischen Beziehung zur Wiederherstellung, Erhaltung und Förderung seelischer, körperlicher und geistiger Gesundheit. Musiktherapie ist eine praxisorientierte Wissenschaftsdisziplin, die in enger Wechselwirkung zu verschiedenen Wissenschaftsbereichen steht, insbesondere der Medizin, den Gesellschaftswissenschaften, der Psychologie, der Musikwissenschaft und der Pädagogik.« (Definition der Deutschen Musiktherapeutischen Gesellschaft, kurz DMTG)

»Chancengleichheit und Zugangsoffenheit für unser Angebot kultureller Bildung sind uns wichtig. Wir engagieren uns daher in unserer Arbeit für die Integration von Menschen mit Behinderung und von sozial benachteiligten Menschen. Respekt vor anderen Kulturen und die Einbeziehung von Menschen mit Migrationshintergrund sind ebenso Grundsätze unserer Arbeit wie die Förderung von sozialem Miteinander und internationaler Verständigung.« (Auszug aus dem Leitbild des Verbandes deutscher Musikschulen, kurz VdM)

Für wen gibt es Musiktherapieangebote in der Musikschule?

Für Menschen, welchen der Zugang zur Musikschule bisher nicht möglich war, für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit geistiger oder körperlicher Behinderung. Die Angebote richten sich außerdem an Kinder und Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten und Entwicklungsverzögerungen. Lernschwierigkeiten, Konzentrationsschwäche und Schwierigkeiten im Kontakt mit anderen Menschen sind nur einige Beispiele der Probleme im Alltag dieser Kinder und Jugendlichen in unserer Gesellschaft. Das therapeutische Musizieren eröffnet ihnen die Möglichkeit, sich ohne Leistungsdruck im spielerischen Umgang mit Musik auszudrücken und dabei eigene Ideen in Spielen und Improvisationen umzusetzen. Im Vordergrund des therapeutischen Musizierens stehen nicht musikalische Lerninhalte, sondern z. B. die Förderung der Selbstwahrnehmung, die Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit sowie die Erweiterung des Wahrnehmungs- und Ausdrucksrepertoires. Durch musiktherapeutische Interventionen können motorische, sensorische und kognitive Entwicklungen gefördert werden.

In welcher Form wird Musiktherapie angeboten?

Da es eine Vielzahl von Behinderungen bzw. Beeinträchtigungen gibt, wird die Art der Förderung individuell ausgesucht. Dies wird in einem Aufnahmegespräch mit der Musiktherapeutin entschieden. Es gibt Musiktherapie in Gruppen und Einzelförderung.

Wie viel kostet die Musiktherapie?

Die Kosten werden in Anlehnung an die Gebühren- und Honorarordnung der Musikschule geregelt. In einem Gespräch werden alternative Finanzierungsmöglichkeiten gesucht.

Weitere Informationen:
Inken Petersen
Telefon: 04842/8044
E-Mail: inken.petersen@freenet.de

Leben ist Bewegung – Musik bewegt uns – Musik bereichert – ein Leben lang!

Was ist Musikgeragogik?

Musikgeragogik ist eine Fachdisziplin, die sich mit musikalischer Bildung im Alter beschäftigt.

Das didaktisch-methodische Vorgehen ist dabei ein anderes als in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. So richtet der Musikgeragoge sein Augenmerk verstärkt z. B. auf die Einbeziehung persönlicher Lebenserfahrungen oder die Berücksichtigung körperlicher oder geistiger Beeinträchtigungen und versucht, die Kompetenzen und Möglichkeiten des Einzelnen zu entdecken und zu stärken.

Aktives Musizieren kann in hohem Maß zu einer Steigerung der Lebensqualität von älteren Menschen beitragen.

Im Vergleich mit der Musiktherapie, die Musik gezielt zur Wiederherstellung und Erhaltung seelischer und körperlicher Gesundheit einsetzt, ist die Musik in der Musikgeragogik Selbstzweck.

Die positiven Auswirkungen von Musik auf die körperliche und geistige Gesundheit sind auch in der Musikgeragogik deutlich festzustellen und erwünscht, aber vor allem gilt: Musik ist ein kultureller Wert an sich und Alter ist keine Krankheit!

  • Musik bereitet Freude und macht einfach Spaß
  • Musik aktiviert
  • Musik fördert die Kommunikation und bietet Gemeinsamkeit
  • Musik weckt Erinnerungen
  • Musizierstunden können Erlebnishöhepunkte im Alltag sein
  • Musik fordert heraus
  • Aktives Musizieren bedeutet Lernen und Bildung bis ins hohe Alter

Es gibt kein festgelegtes Ziel, das erreicht werden muss, sondern der Weg, das Tun und die unmittelbare musikalische Erfahrung ist das Ziel.

 

Was bedeutet das praktisch?

In Gruppen oder im Einzelunterricht z. B.:

  • Das Singen bekannter Lieder verschiedener Stilrichtungen (Volkslieder, Schlager u. a.)
  • Das Einüben von neuen Liedern, Kanons u. a.
  • Das Kennenlernen, Ausprobieren und Erlernen von Musikinstrumenten
  • Bewegungslieder und Sitztänze
  • Musik hören, kennenlernen und analysieren
  • Gespräche über Erinnerungen, die durch die Musik ausgelöst werden
  • Das Integrieren von Gedichten oder kurzen Texten in den musikalischen Ablauf
  • Noten und musikalische Grundbegriffe lernen und praktisch umsetzen
  • Improvisieren
  • Gemeinsames instrumentales Musizieren
  • Liedbegleitung

Und jede andere musikalische Idee aus dem Kreis der Teilnehmenden!